IMG_20190418_124820

14.04. – 19.04.2019 Hoch entlang auf der Haute Route

Wir treffen uns bei “Rosi” im Hotel Bergfreund in Herbriggen. Hier wird nochmal das notwendige Equipment von mir gecheckt und wir besprechen beim gemütlichen Abendessen den Programmablauf und die Wetteraussichten für die kommende Woche.

Mit dem Hoteleigenen Van werden wir zu unserem Ausgangspunkt in Argentiére transportiert von wo aus wir unsere “Haute Route” starten. Normalerweise startet man diese Tour von der Bergstation der “Grand Mulets”. Da aber die Franzosen vor der Wintersaison im Zuge von revisionsarbeiten das Dach der Talstaion abgefackelt haben und nicht termingerecht reperiert haben, mussten wir weitere 400hmt in Kauf nehmen.

Am zweiten Tag verlassen wir bereits Frankreich über drei Pässe. Dem “Col du Passon, 3028m”  dem “Col superior du Tour, 3289m” und dem “Col des Ecandies, 2796m” . Unerwartet gute Schneeverhältnisse finden wir im “Val de Arpette” unserer langen Skiabfahrt nach “Champex Lac”. Von hier werden wir wieder mit einem Taxi weiter nach “Bourt St. Pierre” auf der schweizerischen Seite des Großen Bernhartpasses transportiert. Im “Bivouac de Napoléon” das Hotel in dem wir untergebracht sind, lässt es sich ganz gut aushalten. 

Wir steigen heute zur “Cab de Valsorey, 3030m” auf, ja genau einfach nur auf, keine Abfahrt an diesem Tag. Zwar nicht ganz so lustig, aber für diesen Tag vertretbar, die Schneeverhältnisse waren hier nicht die besten und das Wetter spielte auch nur bis zur Hütte einigermaßen gut mit. Die Cabane war voll und die Nacht schlimm, da wir von der Hüttenwirtin regelrecht zusammengepfercht worden sind.

Doch bei dem Sonnenaufgang am nächsten Morgen und der genialen Aussicht bis zum Mont Blanc war der Ärger schnell wieder verflogen. Immer steiler wird der erste Anstieg hinauf zum “Plateau de Coloir, 3662m”, so steil dass wir die Ski auf den Rucksack packen mussten. Doch am Plateau angekommen werden wir von den ersten Sonnenstrahlen des Tages begrüßt und wieder etwas aufgewärmt, denn in der schattigen Flanke war es eisig kalt.

Nachdem wir das “Col du Sonadon, 3525m” passiert haben nahmen wir noch einen kleinen Gipfel die “Tete Blanche, 3418m” auf unserem Weg mit. Die Abfahrt über den “Glacier du Mont Durand” ist abwechslungsreich und kurzweilig. Kurz vor dem Gletscherbruch überwindet man noch einen kurzen Gegenanstieg bevor es über ideales Skiglände hinab zur “Cabane de Chanrion , 2462m” geht, die man wiederrum über einen Gegenanstieg erreicht. 

Lange und mühsam sollte der nächste Tag werden. An der “Pointe de Otemma” vorbei und hinein in den tiefen Einschnitt des “Breney”- Gletschers. Flankiert von hohen Seitenmoränen des Gletscher gleiten wir auf unseren Skifällen lange, fast keine Höhenmeter machend immer weiter auf den Gletscher. Kurz vor dem mächtigen Eisabbruch der sich uns entgegen stellt wechseln wir auf die orographisch rechte Seite der Gletscherzunge und zweigen auf den “Glacier de Serpentine” ab. Nach etlichen Höhenmeter erreichen wir das “Col de la Serpentine, 3547m” und wenden uns Richtung Osten zu und steuern nach einer kurzen Steilstufe auf das “Col du Brenay, 3635”. Der Gipfel der “Pigne d´Arolla, 3790m” ist von hier aus schon zum greifen nahe, aber die wenigen Meter hinauf hab es in sich!

An der “Cab. des Vignettes, 3160m” wechselt das Wetter über Nacht. Dichte Wolken hängen über dem “Otemmagletscher”. Ein Bergführerkollege der ebenfalls zufällig mit einer anderen Gruppe auf der “Haute Route” unterwegs war, ist sich auch nicht mehr ganz so sicher. Wir besprechen in meiner Gruppe die Lage und die Möglichkeiten. Aber letztendlich bleibt die Entscheidung bei mir! Da die Wolkenbasis nicht ganz tief am Gletscher hing und es in Richtung Osten laut Wetterbericht doch besser sein sollte, entschied ich mich die letzte Etappe zu versuchen. Doch sollten die Sichtverhältnisse nach dem “Col de l´Eveque, 3382m nicht deutlich besser werden, würde ich die Tour abbrechen müssen und könnten über den “Haute Glacier d´Arolla” Richtung Norden abfahren.

Von deutlicher Sichtverbesserung konnte man nicht wirklich sprechen, dennoch war es für mich gerade noch ausreichend das nächste Col “Col du M. Brulé, 3213m” zu finden. Am dahinter liegenden Gletscher ” Tsa de Tsan” wurde es dann so richtig grausig. Teilweise null Sicht. An dieser Stelle war ich sehr froh dass ich diese Tour schon oft geführt habe, denn so konnte ich mich so einigermaßen zurecht finden. Trotzdem kontrollierte ich von Zeit zu Zeit mein genauen GPS Standpunkt.

Am letzten “Col de Valpelline, 3557m” fellten wir noch im Nebel die Tourenskifälle von den Skiern ab. Gibts das, das mich meine Wetterkunde so im Stich gelassen hat? Eigentlich sollte ab hier klarer Himmel mit viel Sonnenschein sein! Was war nur los? Hm, doch kein Wetterexerperte!? Doch dann nach ca. 1oom Abfahrt Richtung Zermatt wurde es allmählich heller und heller. Woow was für ein Gefühl! Wir kommen aus dem Nichts! Der Nebel lichtet sich schlagartig und wir stehen in einer Zenerie die ich selber noch selten erlebt habe!

Wärend der ganzen Abfahrt nach Zermatt bekomme ich den Grinser nicht mehr aus meinem Gesicht! Es war eine tolle Woche mit guten und netten Leuten die ich entlang der “Haute Route” begleiten durfte.